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Gynäkologie und Neonatologie

Die Betreuung der Zuchtstute und des neugeborenen Fohlens ist ein besonderes Gebiet in der Medizin, mit vielen Emotionen und Hoffnungen der Züchter verflochten.

Besamung

Im Frühling wird zunächst in der Rosse eine Tupferprobe aus dem Uterus entnommen, ist dieser steril, steht einer Besamung nichts mehr im Wege. Per Ultraschall ermitteln wir den optimalen Besamungszeitpunkt und besamen dann wenige Stunden vor der Ovulation. Auch Züchter, die mit ihrer Stute zum Hengst fahren, nehmen diesen Service gerne in Anspruch um nur einmal die Fahrt auf sich nehmen zu müssen.

Trächtigkeitsuntersuchungen

Nach ca. 16 Tagen untersuchen wir erstmals die Trächtigkeit, überprüfen, ob die Fruchtblase genügend groß und ein Einling ist. Nach dem ersten Monat kontrollieren wir die Vitalität des Embryos und am 60.-70. Tag ist der ideale Zeitpunkt um eine einigermaßen gesicherte Aussage über das Geschlecht des Fetus zu treffen.

Zuchtstutenmanagement

Regelmäßig werden wir auch mit Problemstuten, die über Jahre güst geblieben sind oder erst im fortgeschrittenen Alter zur Zuchtstute werden sollen, konfrontiert. Bei diesen ist ein aufwendigeres Management nötig. Manchmal müssen zunächst Zysten im Uterus behandelt werden, eine Uterusbiopsie kann Aufschluss über den Zustand des Endometriums geben. Unregelmäßig oder schlecht rossende Stuten werden mittels Hormontherapie in Rosse gebracht. Stuten, die schon öfters resorbiert haben untersuchen wir auf eine möglicherweise vorliegende Gelbkörperschwäche. In der fortgeschrittenen Trächtigkeit kontrollieren wir die Vitalität des Fetus insbesondere bei Erkrankungen der Stute wie Fieber, Kolik oder frühzeitige Wehen.

Neonatologie

95 Prozent der Fohlengeburten läuft komplikationsfrei ab. Trotzdem ist auch bei einer optimalen Geburt der erste Tag kritisch. Routinemäßig untersuchen wir das Frischgeborene und versorgen es mit Vitaminen und Spurenelementen sowie einem Paraimmunitätsinducer. Bei Bedarf bekommt es zusätzlich Tetanusserum. Infektionen des Nabels und Mekoniumverhalten sind in der Frühphase die häufigsten Probleme. Aber auch Allgemeininfektionen, Verletzungen und Fehlstellungen der Beine sind häufige, frühestmöglich zu therapierende Notfälle. Bei Fohlen gilt mehr noch als beim Erwachsenen: Je früher ein Problem erkannt und eine Therapie eingeleitet wird, umso besser ist die Prognose.